Lazise

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Region Venetien | Provinz Verona | Partnerstadt Rosenheim
Einwohner 6 760 | Vorwahl 045 | GPS 45°30‘N 10°44‘E

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Castello di Lazise, Palazzo della Dogana, Chiesa di San Nicolò

Öffentliche Einrichtungen
Rathaus (Municipio) Piazza Vittorio Emanuele, 21. 37017 Lazise. T +39 045 6445111. www.comune.lazise.vr.it. IAT Ufficio Turismo Via Francesco Fontana, 14 (beim Hafenbecken). 37017 Lazise. T +39 045 7580114. Kernöffnungszeiten: täglich von 10-13 und 15-17 Uhr, in den Sommermonaten etwas länger und durchgängig. www.comune.lazise.vr.it.

Lazise ist einer der beliebtesten Orte am Gardasee. Vom zentralen Parkplatz am südlichen Ortsende aus geht es ungebremst ins Getümmel. Standesgemäß durchquert man den großen südlichen Torbogen der bestens erhaltenen Burganlage und steht nach wenigen Schritten auf der schönen Piazza Vittorio Emanuele. Von hier aus geht es vorbei am alten Fischerhafen zum größten Spritz-Freiluftausschank Europas, wo alle auf einen der schönsten Sonnenuntergänge am Gardasee warten. Die ganze Szenerie ist wirklich bezaubernd und es ist kaum möglich, sich dieser geballten Romantik zu entziehen. Die schönen, engen und verwinkelten Gassen des gesamten Altstadtbereichs sind nur im Winter unverstellt zu genießen, während der restlichen Zeit stehen die Verkaufsstände der örtlichen Geschäfte davor und bieten unwiderstehlich und ungehindert typisch regionale Produkte an. Trotz aller Kritik: den Machern dieser Hollywood-Kulisse ist kein Vorwurf zu machen, schließlich haben alle ihren Spaß. Und wer es nicht mag, muss sich diesem Erlebnis nicht stellen.

Sehenswert und fast vollständig erhalten ist die alte Stadtmauer, die sich rund um den Ort und zum See hin erstreckt. Zwischen Süd- und Osttor lässt sie sich sehr schön betrachten, allerdings zweigen nur wenige Urlauber in die entsprechenden Gassen ab, die Anziehungskraft des restlichen Ortes ist anfangs einfach zu groß. Idealerweise betritt man Lazise über das Osttor direkt von der Durchgangsstraße aus. Rechts liegt die Pfarrkirche, der mächtige und geradlinige Bau bietet aber nur wenige Besonderheiten. Vom Vorplatz aus führen drei kleine Gässchen zur ‚Hauptgeschäftsstraße‘ des Ortes, dem Corso Ospedale. Vorne am Hafenbecken findet sich die Chiesa San Nicolò mit ihren interessanten Fresken. Während der Campanile (Kirchturm) eine gute Figur macht (er steht nur etwas schief da), zeigt der restliche Kirchenbau eine eher zusammengewürfelte Fassade, die aus Geldmangel einst mit Bauschutt aufgebaut wurde. Zum See hin folgt das Arsenal, in dem zu Kriegszeiten die Verteidigungstechnik untergebracht war. Später diente das Gebäude als Zollstation. Die Burg von Lazise befindet sich heute in Privatbesitz und kann nur an wenigen Tagen im Jahr besichtigt werden. Sie liegt in einem parkähnlichen Gelände, in dem sich außer der Burg selbst die Wohnkomplexe am See, ein Tennisplatz und ein eigener, ebenfalls von bezinnten Mauern geschützter Hafen befinden.

Einige der besten Campingplätze (meist südlich des Ortes) bieten auf riesigen Flächen viel Service und Unterhaltung. Die mit Sand aufgeschütteten Strände gefallen allerdings nicht allen Gästen, auch sind die Übernachtungspreise überdurchschnittlich. Landschaftlich ist der südliche Gardasee nicht ganz so reizvoll wie andere Teile des Lagos, dafür punktet die Gegend mit Unterhaltungsparks und der Nähe zu Sirmione und Verona. Angebote im Bereich Thermal-Spa konnten die Besucherzahlen in den letzten Jahren noch erhöhen. Über die Stadtgrenzen hinaus berühmt ist die venezianische Galeere, die vor den Kaimauern in den Tiefen des Gardasees versunken liegt. Schon früh hatte sich Lazise als Verlade- und Handelsplatz von Mais und Getreide einen Namen gemacht, entsprechend umkämpft war der Ort im frühen 15. und 16. Jahrhundert. Hauptstreithähne waren dabei Mailand und Venedig; dass die Stadtmauer und die Burg so gut erhalten geblieben sind, grenzt eigentlich an ein Wunder. Wirklich beeindruckend ist der Ausbau des Seefußwegs zwischen Castelnuovo und Garda, der durchgängig verläuft und von Lazise aus in beide Richtungen gestartet werden kann. Auch Fahrradfahrer nutzen den Weg; wegen der teilweise engen Passagen kommt es dabei leider immer wieder zu ein wenig Ärger zwischen Fußgängern und Bikern. Regelmäßig platzierte Cafés machen die ‚Wanderung‘ touristenfreundlich.